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120 Medienscouts nehmen ihre Arbeit an Münchner Schulen auf

Fake News, Cybermobbing, Datenschutzprobleme und ständige Erreichbarkeit – die digitale Welt stellt Jugendliche vor große Her- ausforderungen. Gerade im Schulalltag zeigt sich, wie groß der Bedarf an Aufklärung und Begleitung im Umgang mit digitalen Medien ist. Um die Schulfamilien bei diesen Themen zu stärken, bildet die Stadt interessierte Schüler*innen zu sogenannten Medienscouts aus. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen eines einjährigen Wahlkurses. Gestern ist der dritte Jahrgang von Medienscouts im campus42 verabschiedet worden. Stadtschulrat Florian Kraus hat 120 Schüler*innen aus zehn Münchner Schulen ihre Abschlussurkunden überreicht. Ab dem kommenden Schuljahr werden sie ihre jeweiligen Schulen bei unterschiedlichen Formaten der Medienbildung unterstützen, sich aber auch bei Aktivitäten wie Coding-Projekten oder der Einrichtung von Makerspaces engagieren.
Zu der Ausbildung, die der Fachbereich Neue Medien / Medienpädagogik im campus42 des Pädagogischen Instituts – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement ausgearbeitet hat, gehören Module wie „Social Media“, „Cyberkriminalität“ und „Extremismus auf TikTok“. Auch die LOVE-Storm-Ausbildung gegen Hatespeech sowie eine Aufklärung zum erhöhten Risiko von Hatespeech für weiblich gelesene Personen und queere Menschen sind Teil des Programms. Zusätzlich zu den medienkritischen Inhalten beinhaltet die Ausbildung praxisorientierte Module, unter anderem im Bereich von Making, Coding und Gaming. Dafür steht den Medienscouts der neu eröffnete campus42 zur Verfügung, ein zentraler Ort für medienpädagogische Innovationen.
Die Schüler*innen absolvieren die Module im Rahmen von vier Weiterbildungstagen und mehreren individuellen Terminen. Zu den Referent*innen gehören ausgebildete Medienpädagog*innen, aber auch erfahrene Medienscouts von anderen Schulen. Neben den Schüler*innen nehmen auch Lehrkräfte der beteiligten Schulen an der Medienscout-Ausbildung teil. Sie werden gesondert geschult, um die Aktivitäten der Medienscouts im Schulalltag begleiten und unterstützen zu können.
Die Tätigkeit der Medienscouts ist fordernd und kann auch persönlich belastend sein. Daher können sie auch nach Ende der Ausbildung auf die Unterstützung der Lehrkräfte und der verantwortlichen Medienpädagog*innen zugreifen. Wichtig ist auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Medienscouts. Hierfür veranstaltet die Stadt regelmäßige Netzwerktreffen. Die Resonanz auf die Ausbildung ist groß, berichten die Verantwortlichen im campus42. Die Schulen, die das Programm zur Medienscout-Schule im kommenden Schuljahr durchlaufen, stehen fest; zur Einstimmung nahmen ihre Lehrkräfte bereits an der Abschlussveranstaltung teil. Für das Schuljahr 2027/28 können sich interessierte Schulen ab Frühjahr 2027 bewerben. Infos dazu gibt es unter
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Bürgermeisterin Verena Dietl: „Digitale Medien gehören selbstverständlich zum Alltag junger Menschen. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, verantwortungsvoll miteinander umzugehen und Hass, Ausgrenzung oder Falschinformationen entgegenzutreten. Mich beeindruckt, mit wie viel Verantwortungsbewusstsein sich die Medienscouts für ihre Mitschüler*innen einsetzen. Sie hören zu, geben Orientierung und helfen dabei, digitale Medien sicher und respektvoll zu nutzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für ein gutes Miteinander an unseren Schulen und zeigen, wie junge Menschen unsere Stadt aktiv mitgestalten.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Gerade im Bereich der digitalen Medien ist es wichtig, auf Augenhöhe zu agieren. Dafür eignen sich Schüler*innen besser als jede Lehrkraft. Ich bin daher ein großer Anhänger der Medienscout-Idee und nicht überrascht, dass die Nachfrage nach dem Münchner Modell hoch ist. Vielen Dank allen Beteiligten für ihr großes Engagement im Sinne einer harmonischen, positiven Schulkultur.“
Teilnehmende Schulen aus München waren die städtische Willy-Brandt-Gesamtschule, das städtische Adolf-Weber-Gymnasium, das städtische Theodolinden-Gymnasium, die städtische Carl-von-Linde-Realschule, die städtische Fachschule für Grundschulkindbetreuung, das städtische Sophie-Scholl-Gymnasium, die städtische Artur-Kutscher-Realschule, die städtische Ludwig-Thoma-Realschule, das städtische Thomas-Mann-Gymnasium sowie das staatliche Michaeli-Gymnasium.
Inhaltliche Module der Medienscout-Ausbildung
Sicherheit und Unterstützung im Medienscouts-Netzwerk
https://medienbildung-muenchen.de/medienscouts
Stadtschulrat Florian Kraus (2.v.r.) dankt Dr. Sonja Moser (2.v.l.) und ihrem Team für die erfolgreiche Ausbildung von 120 Medienscouts an zehn Münchner Schulen. (Foto: campus42/ Hannes Rohrer)

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